 Auch in Neuharlingersiel befindet sich
ein Schöpfwerk, das mit Motorenleistung
das Wasser aus dem Binnenland
in das Hafenbecken pumpen kann. |
Für die Küstenregionen sind nicht
nur Deiche und Siele enorm wichtig.
Auch die Schöpfwerke in Ostfriesland
sind wichtige Helfer der hiesigen
Region. Welche Probleme das Leben
am Meer mit sich bringen kann, weiß
Johann Meinen-Hieronimus, der für
die Sielacht Esens an den Standorten
Dornumersiel, Bensersiel und
Neuharlingersiel tätig ist und den
reibungslosen Betrieb der Siele und
Schöpfwerke überwacht. „Wenn wir
nicht in Salzwasser absaufen, dann
ertrinken wir in Süßwasser“, weiß der
gebürtige Bensersieler.
Aber wegen des Salzwassers hat der
clevere Ostfriese ja den Deich gebaut,
und gegen Süßwasser helfen die Siele
und Schöpfwerke. Ein Schöpfwerk ist
eine Hebevorrichtung für Wasser. Sie
dürfte mit zu den ältesten von
Menschen geschaffenen technischen
Anlagen zählen. Haupteinsatzgebiet
ist die Bewässerung in der Landwirtschaft,
wenn die Felder höher als das
Wasser (zum Beispiel Fluss) liegen,
aber auch das Gegenteil davon, die
Entwässerung von Sümpfen oder die
Landgewinnung beziehungsweise Entwässerung
von Marschen am Meer.
Dabei wird das Wasser angehoben,
um ein Gefälle für seinen Ablauf, beispielsweise
ins Meer zu schaffen. Zum
Heben des Wassers wurde früher häufig
ein Schöpfrad verwendet. Es wird
von einer regional vorhandenen Energiequelle
angetrieben. Dazu zählen
Windräder, beispielsweise in Norddeutschland
oder den Niederlanden,
Zugtiere oder auch Wasserkraft selbst. |